DevLog – Das große Upsi.

Manchmal braucht es einen fremden Stream um zu merken, dass man etwas Grundlegendes vergessen hat.

Ich war Zuschauer bei einem Co-Working Stream, ein paar Jugendliche waren auch dabei, und in diesem Moment fällt mir auf, dass ich beim gesamten Entwicklungsprozess einen Aspekt komplett ausgeblendet hatte: Jugendschutz. Nicht ein bisschen dran gedacht, nicht auf die lange Bank geschoben, schlicht vergessen. Und das kurz vor der 0.1.0.

Die erste Notlösung ist schnell umgesetzt. Der offene Twitch-Login wird auf ein Whitelist-System umgebaut, was zu diesem Zeitpunkt noch verschmerzbar ist, weil es ohnehin noch keine echten Nutzer gibt. Aber das eigentliche Problem ist damit nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben. Also fange ich an zu recherchieren. Und dann kommt der Moment, der mich kurz hat innehalten lassen: Eine reguläre USK-Prüfung für den Weblogin kostet mal eben 1.785 Euro brutto. Als jemand der mit ME/CFS nicht mehr arbeiten kann und Legends of Arthengard als Hobbyprojekt aus dem laufenden Nichts heraus entwickelt, ist das keine Hürde, das ist eine Wand.

Nach einer Menge Recherche kommt dann aber doch noch eine Lösung. Über die App Stores lässt sich eine USK-Einstufung kostenlos über ein einfaches Formular beantragen. Was bleibt sind einmalig 25 Euro für den Google Play Store und 99 Euro jährlich für den Apple App Store, Summen die ich auch nicht locker in der Tasche habe, die aber in einer anderen Liga spielen als die Alternative.

Der neue Plan sieht jetzt so aus: Streamer erhalten über eine nachgewiesene Ab-18-Prüfung Zugang zum Weblogin und können ihre Stadt darüber verwalten. Zuschauer hingegen laden die App herunter und spielen darüber. Was bedeutet das konkret für die Entwicklung? Legends of Arthengard war bisher als reine Webanwendung geplant, alles im Browser, keine App. Das fliegt jetzt komplett raus. Macht mich das glücklich? Nein. Aber manchmal zwingt einen die Realität in eine Richtung, und dann heißt es neu denken statt stur geradeaus. Mein ToDo: Ich muss herausfinden, wie ich das bestehende Projekt in eine vollwertige App überführe, ohne dabei von vorne anzufangen.